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Welt-Aids-Tag 2020

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Berliner Aids-Hilfe e.V. zum Welt-Aids-Tag 2020:

COVID-19 darf Blick auf HIV und Aids nicht verstellen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn muss Arzneimittelrecht ändern

Community-Care-Projekt gestartet

Mit Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Berlin stellten sich viele HIV-positive Menschen die Frage, ob diese Erkrankung eine besondere Gefahr für sie bedeute. Die gute Nachricht ist, dass HIV-positive Menschen unter erfolgreicher antiretroviraler HIV-Therapie kein erhöhtes Risiko tragen. Allerdings bergen durch HIV bedingte Begleiterkrankungen - wie bei der Allgemeinbevölkerung auch – erhöhte Risiken in sich. Immungeschwächte Menschen sollten sich daher besonders vor COVID-19 schützen.

Hierzu erklärt Vorstandsmitglied Sabine Weinmann:

Mit unserem Community-Care-Projekt erledigen wir Einkäufe des täglichen Bedarfs für immungeschwächte, ältere und kranke HIV-positive Menschen und halten sozialen Kontakt zu ihnen. Dank Unterstützung von Aktion Mensch können wir diese direkte Sachhilfe leisten. Damit reduzieren wir die Gefahr einer Infektion und durchbrechen die soziale Isolation.

 

COVID-19 drängt Menschen aus der Gesellschaft

Die Berliner Aids-Hilfe stellt in ihren Beratungen fest, dass Menschen mit sehr geringem bis gar keinem Einkommen durch COVID-19 besonders unter der Pandemie leiden. Dies stellt eine besondere Bedrohung für deren Gesundheit dar.

Vorstandsmitglied André Lossin stellt dazu fest:

Zahlreiche arme Menschen mit HIV hatten vor COVID-19 eine Struktur, mit der sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten konnten. Das Sammeln von Pfandflaschen sicherte ihnen zum Beispiel ein geringes Einkommen. Durch Essensspenden wie im Café Ulrichs der Berliner Aids-Hilfe erhielten sie wenigstens eine warme Mahlzeit. Mit COVID-19 und dem damit verbundenen Shutdown kämpfen diese Menschen nun täglich um ihr Überleben. Der allgemeine Rückgang von Hilfsangeboten bedroht die Gesundheit dieser Menschen unmittelbar. Wir helfen daher, wo immer es geht.

 

Bundesgesundheitsminister muss Ausnahmeregelung im Arzneimittelrecht schaffen

Unflexible Bürokratie und Vorschriften bringen in Berlin insbesondere die Gruppe ausländischer Menschen mit HIV in unmittelbare Gefahr. Für ihren Aufenthalt in Berlin oder Deutschland haben Touristen, Studierende, Urlaubende oder Geschäftsfreisende selbstverständlich einen Vorrat ihrer lebensnotwendigen Medikamente dabei. Durch die Reisebeschränkungen geht dieser Vorrat jedoch häufig zu Ende, so dass eine Unterbrechung der Therapie droht.

Die Geschäftsführerin der Berliner Aids-Hilfe Ute Hiller sagt dazu:

Wir können nicht zulassen, dass durch COVID-19 in Berlin gestrandete Menschen von der Einfuhr ihrer lebenswichtigen HIV-Medikamente abgeschnitten werden. Der einzige Verbindungsweg dieser Menschen zur ärztlichen Versorgung in der Heimat führt über die Post. Vielfach hat der Zoll diese Medikamente jedoch einkassiert und vernichtet. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, Ausnahmen für den direkten Versand von HIV-Medikamenten zu therapeutischen Zwecken an private Empfänger zuzulassen. Schließlich werden diese Menschen in ihren Herkunftsländern medizinisch betreut und es liegt eine entsprechende Indikation für den Versand der HIV-Medikamente vor.

Die Berliner Aids-Hilfe weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei Unterbrechung einer HIV-Therapie Resistenzen entstehen können und die bisherigen Medikamente wirkungslos werden. Daher fordert die Berliner Aids-Hilfe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, umgehend entsprechende Ausnahmeregelungen im Arzneimittelrecht zu schaffen, die eine Einfuhr für eine unterbrechungsfreie HIV-Therapie erlauben.

Starker Rückgang der Spendeneinnahmen

Die COVID-19-Pandemie stellt die Berliner Aids-Hilfe vor schwierige finanzielle Herausforderungen. Wichtige Benefizveranstaltungen wie „Künstler gegen Aids – Die Gala“ oder auch klassische Spendensammlungen auf der Straße, nach Konzerten oder im Theater konnten 2020 nicht stattfinden. Dies führt zu einem erheblichen Spendenausfall und bedroht die aus Spenden finanzierten Hilfsangebote des Vereins.

Hierzu erklärt Vorstandsmitglied Melanie Kühnemann-Grunow:

„Zum Welt-Aids-Tag bitten wir die Berlinerinnen und Berliner nicht nur um Ihre Solidarität mit ihren HIV-positiven Mitmenschen sondern rufen in diesem Jahr verstärkt dazu auf, die Berliner Aids-Hilfe mit einer Spende zu unterstützen. Nur so können wir unsere Hilfen für Bedürftige im notwendigen Maß aufrecht erhalten. Dafür danken wir Ihnen sehr!“.

 

Entwicklung von HIV/Aids

Das Robert Koch Institut meldete am 26.11.2020, dass Ende 2019 in Berlin geschätzte 16.500 Menschen mit HIV lebten. Darunter befinden sich geschätzte 1.500 Menschen, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Diese Menschen gilt es aus Sicht der Berliner Aids-Hilfe besonders durch niedrigschwellige Testangebote und gezielte Ansprache zu erreichen. Unbehandelt kann das HI-Virus nicht nur weitergegeben werden sondern schädigt auch das Immunsystem soweit, dass sich Aids definierende Symptome entwickeln können. Die Berliner Aids-Hilfe ermutigt daher weiterhin, die vorhandenen Testangebote auf HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI) zu nutzen. Insbesondere bei häufigem Wechsel der Sexualpartner_innen und unklaren Allgemeinsymptomen, die nicht auf eine eindeutige Erkrankung hinweisen, sollte ein HIV-Test in Betracht gezogen werden.

Gegen den Bundestrend, bei dem sich die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen auf einem leicht steigenden Niveau befindet (2.600 im Jahr 2019 zu 2.400 im Jahr 2018), ist die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektion in Berlin gegenüber 2018 leicht um 15 auf 310 im Jahr 2019 gesunken.

Aids beenden! Stand der Fast-Track Cities Initiative to End Aids 0-90-90-90

Mit der Fast-Track Cities Initiative haben sich das Land Berlin und die Berliner Aids-Hilfe das Ziel gesetzt, Aids bis zum Jahr 2030 in Berlin zu beenden. Niemand soll ab diesem Zeitpunkt mehr auf Grund einer unerkannten oder unbehandelten HIV-Infektion an Aids erkranken. Über die die Zahlen 0-90-90-90 soll dieses Ziel erreicht werden: Null HIV-positive Menschen sollen künftig mehr auf Grund ihrer Infektion diskriminiert oder stigmatisiert werden, 90 Prozent der HIV-positiven Menschen sollen Kenntnis von ihrer Infektion haben; von diesen Menschen sollen wiederum 90 Prozent in antiretroviraler Therapie sein und bei wiederum 90 von diesen soll das HI-Virus durch die erfolgreiche Therapie nicht mehr nachweisbar sein. HIV ist dann auch bei kondomlosem Sex nicht mehr übertragbar (Schutz durch Therapie), zudem können auf natürlichem Weg HIV-negative Kinder gezeugt und geboren werden.

Die Berliner Aids-Hilfe sieht die Entwicklung mit den nun vom RKI veröffentlichten Zahlen daher durchaus positiv. Da sich einige HIV-positive Menschen aus Brandenburg in Berlin behandeln lassen, stellt die Geschäftsführerin der Berliner Aids-Hilfe Ute Hiller fest:

Mit dem Ziel Null Diskriminierung von Menschen mit HIV oder Aids haben wir noch eine gute Wegstrecke vor uns. Jede_r kann dazu beitragen, dass wir zu einem solidarischen Miteinander gelangen. Die gute Nachricht aber ist: in Berlin-Brandenburg sind wir bereits bei 90-96-96 und haben damit einen wichtigen Punkt erreicht: 90 Prozent der HIV-positiven Berlin-Brandenburger wissen von ihrer Infektion, 96 Prozent davon sind in antiretroviraler Therapie und bei 96 Prozent davon ist HIV nicht mehr nachweisbar. Wir sehen aber auch: das neue Ziel heißt nun 0-95-95-95. Mit der ersten 90 können wir uns nicht mehr zufrieden geben. Da HIV unter einer erfolgreichen Therapie nicht übertragbar ist, können wir in den kommenden Jahren zudem in Deutschland auf ein weiteres Absinken der Neuinfektionszahlen hoffen.

Medienkontakt Berliner Aids-Hilfe e.V.:

Jens Petersen

Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0 30 / 88 56 40 – 29

E-Mail: jens.petersen@berlin-aidshilfe.de

 

Wir bitten um Beachtung der Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom 27.11.2020:

Zug zum Welt-Aids-Tag: Azubis der S-Bahn Berlin sammeln Spenden und informieren zum Leben mit HIV

Aktion als Zeichen der Solidarität • Größte Spendendose Berlins zum Welt-Aids-Tag steht in Ostbahnhof und wartet auf Spenden

Ehrenamtliches Engagement zum Welt-Aids-Tag hat bei der Berliner S-Bahn Tradition, und die lässt sich durch Corona nicht ausbremsen. Auch wenn die alljährliche Spendenfahrt auf dem Ring
ausfallen muss – gesammelt wird trotzdem. Denn auch in Zeiten der Corona-Pandemie darf die Bekämpfung des HI-Virus nicht in Vergessenheit geraten.

Dafür steht ein S-Bahnzug am 1. Dezember von ca. 9.40 bis 13.30 Uhr am Ostbahnhof, Gleis 10 – leicht zu erkennen an der großen hellblauen Maske, die die „Nase“ des Triebfahrzeugs bedeckt.

Seitlich über der Tür klebt ein großer Spendenbüchsen-Aufkleber, und durch das leicht geöffnete Fenster des Führerstands können kleinere und größere Geldbeträge zur Unterstützung der Hilfsangebote der Berliner Aids-Hilfe e.V. geworfen werden.

Azubis der S-Bahn sind vor Ort und passen auf, dass alles seine Richtigkeit hat und nichts abhandenkommt. Sie informieren auch rund um das Thema Aids und über das Leben mit dem HI-Virus in unserer Gesellschaft.

Christoph Wachendorf, Geschäftsführer Personal der S-Bahn Berlin: „Sowohl Covid-19 als auch Aids sind furchtbare Krankheiten, die bereits viele Menschenleben gefordert haben. Gegen Covid-19 wird es wohl in absehbarer Zeit einen Impfstoff geben – gegen HIV leider nicht, und deshalb braucht die Berliner Aids-Hilfe weiter unsere tatkräftige Unterstützung.“

In Deutschland leben rund 90.700 Menschen mit HIV, geschätzte 10.800 von diesen wissen nicht, dass sie HIV-positiv sind. Aus diesem Grund ruft die Berliner Aids-Hilfe dazu auf, sich testen zu lassen. Denn frühzeitig behandelt gilt HIV als chronische Erkrankung und die Weitergabe des Virus wird unterbrochen.

Rückfragen hierzu richten Sie bitte an:

Sandra Spieker

Sprecherin S-Bahn Berlin
Deutsche Bahn AG

sandra.spieker@deutschebahn.com

+49 (0) 30 297-58227

Weitere Informationen: https://www.deutschebahn.com/pr-berlin-de/aktuell/presseinformationen/Zug-zum-Welt-Aids-Tag-Azubis-der-S-Bahn-Berlin-sammeln-Spenden-und-informieren-zum-Leben-mit-HIV--5745954

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