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Medizinische Infos und Anlaufstellen

Wichtige Informationen und Anlaufstellen zu Corona für Menschen in Berlin

Stand 26.3.2020

Bestimmte Fragen zum Verhalten, zu Schutzmaßnahmen und zu Anlaufstellen erreichen uns in der Berliner Aids-Hilfe immer wieder, deshalb haben wir hier die Antworten kompakt zusammengestellt:

1. Welche Symptome können auf die Corona-Infektion (COVID-19) hinweisen?

Häufig treten bei Corona Fieber und trockener Husten auf, manchmal Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot und Druckgefühl auf den Brustraum. Halsschmerzen, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Kopfscherzen treten ebenfalls manchmal auf. Selten Schnupfen. Es wird auch von Durchfall sowie von Geschmacks- bzw. Riechverlust in den ersten Tagen berichtet. Manchmal verändert sich der Geschmack in den ersten Tagen einfach.

Manche Symptome ähneln einer Erkältung oder einer Grippe.

Niesen und Schnupfen sind bei Corona selten, sie weisen eher auf eine Erkältung hin. Plötzlich auftretenden Symptome mit schneller Verschlechterung des Zustands weisen eher auf eine Grippe hin.

Wenn Symptome länger als 2 Tage auftreten, sollte man - zunächst telefonisch - eine ärztliche Abklärung veranlassen. Bei akuter Atemnot ist die ärztliche Abklärung sofort einzuleiten.

Wenn keinerlei Symptome vorhanden sind, wird aktuell in der Regel nicht getestet.

2. Wenn ich den Verdacht habe, dass ich mich mit Corona infiziert haben könnte, wohin soll ich mich wenden?

Grundsätzlich gilt: Ruft bei Eurem Arzt/Eurer Ärztin oder in der Anlaufstellestelle zunächst an, bevor ihr persönlich dort hingeht. Am Telefon wird besprochen, ob ihr vorbeikommen sollt und wann (einige Arztpraxen haben Extrasprechzeiten, damit ihr nicht auf anderen Patienten_innen trefft / nicht jede Praxis bietet den Test an).

Außerdem hat das Land Berlin eine zentrale Corona-Hotline, die täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0 30 / 90 28 28 28 zu erreichen ist. – es kann dort allerdings zu Wartezeiten kommen.

Alternativ könnt Ihr Euch an die Corona -Ansprechpersonen in Eurem Bezirk wenden – hier sind alle Telefonnummern und E-Mails aufgeführt:

https://www.berlin.de/corona/hotline/

 

Anlaufstellen in Berlin:

Coronavirus-Untersuchungsstelle im Wedding:

Campus Virchow-Klinikum

  • Öffnungszeiten: Täglich von 8 bis 16 Uhr (auch an den Wochenenden)
  • Adresse: Mittelallee 1 in 13353 Berlin
  • Anfahrt: Campus Virchow-Klinikum im BerlinFinder
  • Telefonnummer: 030 450 50 (Campus Virchow-Klinikum)

 

Coronavirus-Abklärungsstelle in Prenzlauer Berg:

Vivantes Prenzlauer Berg

 

Coronavirus-Untersuchungsstelle in Tempelhof:

Vivantes Wenckebach-Klinikum

  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr
  • Adresse: Wenckebachstraße 23 in 12099 Berlin
  • Anfahrt: Wenckebach-Klinikum im BerlinFinder
  • Telefonnummer: 030 130 190 (Vivantes)

 

Coronavirus-Abklärunsgstelle in Lichtenberg:

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH)

 

Coronavirus-Ambulanz in Spandau:

Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe

 

Coronavirus-Untersuchungsstelle in Charlottenburg:

DRK Kliniken Berlin Westend (Ambulantes Diagnostikzentrum)

Für alle Kliniken gilt: Bitte nicht einfach aufsuchen, sondern erst telefonischen Kontakt aufnehmen.

 

1. Wer muss für den Test zahlen?

Die Kostenübernahme für den Test ist bundesweit einheitlich: Wenn der Arzt/die Ärztin den Test für notwendig hält, werden die Kosten für den Test vom Gesundheitsamt oder der Krankenkasse übernommen.

2. Was machen Menschen, die keine Krankenversicherung besitzen?

Menschen, die ohne Krankenversicherung in Berlin leben wenden sich bitte an die oben genannten Anlaufstellen in den Krankenhäusern. Wenn der Arzt oder die Ärztin feststellt, dass ein Test auf Corona medizinisch notwendig ist werden die Kosten vom Bund im Rahmen des §16 Infektionsschutzgesetz übernommen. Es entstehen keine Kosten für die unversicherte Person.

Sollte jemand unter Quarantäne gestellt sein, übernimmt das Gesundheitsamt die Testung und die damit verbundenen Kosten.

3. Wie komme ich zur Anlaufstelle, wenn es mir so schlecht geht, dass ich mich nicht alleine dorthin bewegen kann?

Die Feuerwehr und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin bieten täglich von 7 bis 22 Uhr einen Fahrdienst an, dieser ist unter 116117 zu erreichen.

4. Sind HIV-positive Menschen besonders gefährdet?

Wichtig:

Prüfen Sie Ihren Impfstatus auf Pneumokokken und Keuchhusten!

Rauchen erhöht das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs!

Nach derzeitigem Kenntnisstand gilt:

Für Menschen mit HIV mit einer CD4-Zahl von über 200 pro Mikroliter Plasmaflüssigkeit besteht kein erhöhtes Risiko eines schwereren Verlaufs im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

Für Menschen mit HIV mit einer CD4-Zahl von weniger als 200 pro Mikroliter Plasmaflüssigkeit und nachweisbarer Viruslast, oder die sich nicht in antiretroviraler Therapie befinden, besteht ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung

Menschen mit HIV und einer CD4-Zahl unter 50 pro Mikroliter Plasmaflüssigkeit und/oder die eine opportunistische Infektion in den letzten 6 Monaten gelten als extrem gefährdet für einen sehr schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung.

(Quelle: https://www.bhiva.org/)

5. An wen richtet sich die aktuellen Impfempfehlung, zu denen u.a. die Senatorin für Gesundheit aufruft?

Da es für Covid-19 aktuell und wohl auch in den nächsten Monaten noch keine Impfung gibt, richtet sich die Impfempfehlung (Grippe, Pneumokokken und Keuchhusten) an alle Menschen über 60 Jahren und an alle Menschen mit einem besonderen Risiko. Die Pneumokokken-Impfung wird HIV-negativen Menschen ab einem Lebensalter von 70 Jahren empfohlen.

Die Impfempfehlung gilt insbesondere für Menschen jedes Alters:

  • Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen oder
  • Menschen mit einer Erkrankung der Atemwege (z. B. Lungenentzündung, Lungenemphysem, Asthma (unregelmäßig therapiert), COPD, Hochdruck im Lungenkreislauf) oder
  • Menschen mit Nierenkrankheiten oder
  • Menschen mit transplantierten Organen oder
  • Menschen, mit Krebserkrankungen und einem geschwächten Immunsystem aufgrund von z.B. Erkrankung an einer Leukämie, einem Lymphom, zu wenigen weißen Blutkörperchen, niedrigen Immunglobulinwerte, langfristige Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (z.B. Steroide),
  • Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie z.B. Rheuma
  • Menschen mit diabetischen Begleit- und Folgeerkrankungen an Organen wie Herz, Nieren oder Leber

Achtung: Besteht jedoch – beispielsweise aufgrund von Corona-Erkrankten im eigenen Umfeld – die Wahrscheinlichkeit einer eigenen Erkrankung am Coronavirus, sollte man sich nicht impfen lassen.

6. Welche Vorsichtsmaßnahmen kann ich persönlich umsetzen, um mich und die Menschen in meiner Nähe zu schützen?

Das Wichtigste ist: Hände waschen so oft es geht, vor allem lange waschen! Die Grundregel ist: zweimal „Happy Birthday“ singen, auch zwischen den Fingern waschen und die Handgelenke und Daumen nicht vergessen. Am besten mehrmals am Tag, und vor allem, wenn man von draußen kommt.

Ansonsten sollte man zu anderen Menschen Abstand halten und Umarmungen und Händeschütteln vermeiden.

Wichtig ist auch die „Niesettikette“: immer in die Armbeuge husten und niesen, nur Papiertaschentücher benutzen und sie nach einmaligem Gebrauch wegschmeißen. Außerdem möglichst nicht Augen, Nase und Mund mit den eigenen Händen berühren.

Wer aktuell an einem Ort mit Publikumsverkehr arbeitet, sollte unbedingt häufig lüften und Gegenstände desinfizieren, die viele Leute anfassen, also Türklinken, Geländer und solche Dinge.

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