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Meningokokken - Impfung schützt!

Meningokokken – Impfaufruf!

Erkrankungen in Berlin stoppen!

Unser Impfaufruf richtet sich an Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Zu Deinem Schutz und dem Deiner Partner!

Die Impfempfehlung des Berliner Impfbeirates vom 17.07.2013 trat am 27.07.2013 in Kraft und gilt derzeit fort. Sie hat zum Ziel, in kurzer Zeit so viele Schwule und MSM wie möglich zu erreichen und zur Impfung zu motivieren.

Bisher sind nur wenige Fälle von Meningokokken-Erkrankungen aufgetreten. Aufgrund des rasanten Krankheitsverlaufs und der schwerwiegenden Folgen, die bis zum Tod führen können, ist eine Impfung empfohlen.

 

Übertragungswege

 

Meningokokken werden vor allem über Schleimhautkontakte wie Zungenküsse und über Tröpfcheninfektion aus unmittelbarer Nähe (weniger als ein Meter), z.B. durch Anhusten, übertragen. Außerhalb des menschlichen Körpers sind die Bakterien nicht lange lebensfähig.

Prinzipiell sind Meningokokken auch bei sexuellen Kontakten übertragbar, etwa bei Oralverkehr von der Mundschleimhaut in die Harnröhre, beim Analverkehr ohne Kondom aus der Harnröhre auf die Schleimhaut des Enddarms, und wahrscheinlich auch durch Verwendung von Spucke als Gleitmittel beim Analverkehr. Außerdem können Übertragungen durch die gemeinsame Verwendung von Röhrchen zum Sniefen von Drogen stattfinden

Bei einer Übertragung der Meningokokken (Neisseria meningitidis) besiedelt das Bakterium vor allem die Rachenschleimhaut.  Zu einer Erkrankung kommt es, wenn die Meningokokken die Schleimhautbarriere durchbrechen und auf diese Weise ins Blut bzw. die Hirnhäute gelangen.  Man spricht dann von einer „invasiven“ Meningokokken-Erkrankung.

 

Symptome – sofort und ohne Zögern zum Arzt!

 

Die Dauer zwischen Infektion und Erkrankung beträgt 2 – 10 Tage, meistens 3 – 4 Tage. Die Verwechslungsgefahr mit einer Grippe ist groß.

Charakteristisch sind

· ein schweres Krankheitsgefühl

· Fieber

· Übelkeit, Erbrechen

· Schüttelfrost

Innerhalb weniger Stunden kommt es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) und/oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Meningokokken-Erkrankung  kann rasch ins Koma oder zum Tod führen.

Die Hirnhautentzündung verursacht

· Nackensteifigkeit

· Kopfschmerzen

· Bläulich-rote Flecken auf der Haut

· Schläfrigkeit, schwere Erweckbarkeit der Patienten

· Überempfindlichkeit der Augen gegenüber Licht (Photophobie)

· Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen

· Reizbarkeit

· Krampfanfälle

Suche bei einer Kombination von zwei oder mehr solcher Symptomen sofort eine Arztpraxis oder eine Rettungsstelle auf! Weise bei der Anmeldung und im Sprechzimmer auf die Möglichkeit einer Meningokokken-Erkrankung hin! Diese wird mit einem Antibiotikum behandelt.

 

Impfung – schützt Dich und andere!

 

Der beste Schutz ist eine Impfung.

· Die Impfung verhindert nicht nur die Erkrankung, sondern auch die Besiedlung der Schleimhäute mit Meningokokken. Damit sind auch Andere (z.B. nicht geimpfte Freunde, Sexualpartner) besser geschützt.

· Eine einmalige Impfung schützt gegen die unter Schwulen / MSM gehäuft aufgetretene Infektion mit der Serogruppe C und deckt zudem noch weitere Serogruppen ab.

· 10 Tage nach der Impfung besteht in der Regel der volle Impfschutz.

· Die Impfung bietet keinen lebenslangen Schutz, sie muss je nach Individuum nach Jahren wiederholt werden. Frage dazu Deinen Arzt


HIV-INFO

Der Impfstoff enthält inaktive Bakterienbestandteile und keinen Lebendimpfstoff. Die Anwendung ist daher auch bei HIV-Positiven bzw. Immungeschwächten problemlos möglich. Wie bei anderen Impfungen auch, kann bei schlechtem Immunstatus (<200 T4-Zellen/μl) die Immunantwort schwächer ausfallen.


 

Nebenwirkungen

 

Die Impfung wird im Allgemeinen gut vertragen und wird seit 2006  bei Kleinkindern ab dem 1. Lebensjahr empfohlen. Laut Fachinformation zu den Impfstoffen können folgende unerwünschte Wirkungen auftreten:

Sehr häufig (bei über 10% der Impflinge auftretend): Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Übelkeit und Schwellung, Schmerzen bzw. Rötung an der Einstichstelle, Fieber, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit

Häufig (bei 1-10%): Temperaturerhöhung (>38° C), Schüttelfrost, Hautausschlag, Verhärtungen an der Injektionsstelle, Magen-Darmbeschwerden

Gelegentlich (bei 0,1-1%): Schwindel, Muskelschmerzen, Unwohlsein, Muskelschmerzen

Kosten der Impfung

 

HIV-Positive und andere Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, sowie Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren, erhalten die Impfung kostenlos gegen Vorlage ihrer Krankenversicherungskarte. Allen Übrigen empfehlen wir, die Kostenübernahme direkt mit der jeweiligen Krankenkasse zu klären. In der Regel werden die Kosten übernommen.

Ausführlich beschäftigt sich der  DAH HIV.Report 03/2013 vom 11.07.2013 mit dem Thema Meningokokken bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) sowie mit der Impfung. Wir empfehlen, diesen Text ausführlich zu lesen.

Persönlich informieren wir auch über unsere anonyme Beratungshotline, täglich 12 - 22 Uhr unter: 0 30 / 19 4 11.

Stand der Information: 06.08.2013, zuletzt aktualisiert: 22.04.2014

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